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Gemeinde Kronau

 

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 Schulprogramm  (Bernd Merklinger)

 

Schulprogramm

Als engagiertes Kollegium begrüßte die Lehrerschaft der Erich Kästner Schule Kronau die Reformbestrebungen an Schulen und beschäftigte sich seit langem mit dem Konzept der Kontingentstundentafel und organisatorischen Umstrukturierungen, die damit verbunden waren.

Wir legten seit Jahren schon großen Wert auf das Klassenlehrerprinzip, was bedeutete, dass jeder Klassenlehrer mindestens 14 Stunden in seiner Klasse unterrichtet. Jeder Klassenlehrer unterrichtete daher sehr viele Fächer fachfremd und häufig fächerverbindend.

Es wurden Arbeitsgruppen gebildet, die von der GKL den Auftrag erhielten, die Grobziele unseres Konzepts in eine praktikable Struktur umzusetzen und bei der GLK wieder vorzustellen. Die Eltern unserer Schüler wurden daraufhin informiert und die Eckdaten waren jedermann zugänglich. Mit diesem Konzept ging es dann durch die schulischen Gremien. Sowohl Gesamtlehrerkonferenz als auch Schulkonferenz stimmten mit überwältigender Mehrheit zu. Diese Gremien waren bereits in die Planung eingebunden und auch die Gemeinde als Schulträger war involviert.

Ausgehend von Meldungen über zurückgehende Ressourcen bei gleichzeitig gestiegenen Anforderungen, legten wir in gemeinsamer Arbeit die Eckpunkte fest, die wir in den nächsten Schuljahren im Rahmen der Bildungsplanreform sowohl im Grund- als auch im Hauptschulbereich umsetzen.

Im Einzelnen bedeutete dies:

  • Behinderte Kinder sollten integriert werden.

  • Der Schulalltag wurde rhythmisiert.

  • Klassenlehrer haben möglichst viele Stunden in der Klasse.

  • Klassenlehrer haben am Montag (Wochenbeginn) und am Freitag (Wochenende) jeweils mehrere Stunden am Anfangs- bzw. Endblock in der eigenen Klasse.

  • Fachlehrer bzw. Klassenlehrer erteilen, soweit möglich, komplette Fächerverbünde.

  • Im Stundenplan der Klassen werden möglichst viele zusammenhängende Unterrichtsblöcke eingeplant.

  • Der Gong ist nur noch zu Unterrichtsbeginn der ersten bzw. der zweiten Stunde, vor und nach den großen Pausen und zu Unterrichtsschluss in Betrieb. Kleine Pausen gibt es nicht mehr. Lehrer bleiben im Klassenzimmer - wer wechseln muss, tut dies zügig.

  • Je eine Förderstunde Deutsch und Mathematik pro Klasse wurde gewährleistet.

  • Eine Stunde für besondere pädagogische Arbeit innerhalb der Klasse wurde für jeden Klassenlehrer bereitgestellt.

  • Zusätzliche Stunden für Gruppenteilungen mussten freigesetzt werden (z.B. Projektblöcke wurden mit zusätzlichen Lehrerstunden besetzt, so dass die Gruppengröße kleiner als die Klassenstärke ist und mehrere Projekte parallel stattfinden können).

·        Regelmäßige Teamtreffen wurden eingeführt. Diese finden zu einer festen Zeit statt. Sie dienen dem:

- Absprechen von Richtlinien, Regeln, Konzepten und Wochenplanarbeit

- Austausch über Ideen, Unterrichtsmethoden und Schüler

- Herstellen von Unterrichtsmaterialien

- Besprechen der Hausaufgabenbetreuung nach dem Unterricht

- Absprechen von Maßnahmen zur Förderung der Klassengemeinschaft (z. B.            Lesenacht, Ausflug etc.)

- Aufnehmen von Kontakten mit Fachleuten (Förderschule, Beratungslehrer,              Jugendamt, Polizei usw.)

  • Neue Läutezeiten wurden eingeführt:

1. Stunde

07.45 - 08.25

Uhr

2. Stunde

08.30 - 09.10

Uhr

1. große Pause

09.10 - 09.30

Uhr

3. Stunde

09.30 - 10.10

Uhr

4. Stunde

10.10 - 10.50

Uhr

2. große Pause

10.50 - 11.10

Uhr

5. Stunde

11.10 - 11.50

Uhr

6. Stunde

11.50 - 12.30

Uhr

7. Stunde

12.30 - 13.10

Uhr

Mittagspause

13.10 - 14.00

Uhr

8. Stunde

14.00 - 14.40

Uhr

9. Stunde

14.40 - 15.20

Uhr

10. Stunde

15.20 - 16.00

Uhr

 

  • Um zusätzliche Stunden zu gewinnen, musste eine andere Stundenzeitberechnung erstellt werden, die es ermöglicht bessere erzieherische- und pädagogische Arbeit leisten zu können.

  • Die Dauer der Unterrichtsstunden wurde deshalb neu definiert; d. h. die Unterrichtsstunden dauern rechnerisch nur 40 Minuten. Die dabei gewonnenen Lehrerdeputatszeiten ergeben unsere zusätzlichen Stunden.

Die fehlenden Unterrichtszeiten (5 min/h) werden in Zeitkonten für die Lehrkräfte geführt und zusätzlich erteilt (d. h. z. B.: Klassenlehrerstunde, Stütz- u. Förderstunden, Klassenteilungen, zusätzliche AG- Stunden, Chor, usw.).  

Bei einem Stundensoll von 467 Unterrichtsstunden, ist dies ein rechnerischer Zugewinn von 2235 min d. h. 58 Unterrichtsstunden und 15 Minuten zusätzlich pro Woche.

Am Beispiel eines vollbeschäftigten Grundschullehrers bedeutet dies, dass statt 28 Deputatsstunden  nun 31 Unterrichtsstunden neuen Zuschnitts (40 min) zu erteilen sind. Die restlichen 20 Minuten werden in Zeitkonten für AGs oder Projekte gesammelt, die dann alle zwei Wochen einstündig, alle vier Wochen zweistündig oder alle 6 Wochen dreistündig erteilt werden. Diese AGs werden in den Klassenbüchern vermerkt und müssen jeweils zum Ende des Tertials nachgewiesen werden. Auch zusätzlich aufgewendete Arbeitszeit während der Projektwochen kann mit den Restminuten aufgerechnet werden.

  • Die Verlässlichkeit unserer „bedarfsorientierten verlässlichen Grundschule“ wurde nicht beeinträchtigt.

Zur Bildungsplanreform 2004/2005 wurden weitere Punkte festgelegt. Dazu gehörten:

  • Die Einführung der neuen Bildungspläne fand zum Schuljahr 2004/05 in den Klassenstufen 1 bis 6 statt. In den Klassen 7 bis 9 galten die Übergangsregelungen.

  • Die Klassenstufen 1 bis 6 wurden nach den neuen Fächerverbünden themen- und projektorientiert unterrichtet. An einem bestimmten Tag fanden „drei Projektstunden“ in einem Block statt.

  • Die Änderung des Bildungsplans machte eine Verschiebung von Unterrichtsstunden in andere Klassenstufen notwendig. Ebenso wurden Inhalte anderen Fächern bzw. Fächerverbünden zugeordnet als bisher.

  • Der Unterricht findet, wie bisher, im Klassenverband mit festgelegten Inhalten statt. Ein Wahlsystem für Schüler gibt es nur dann, wenn mehrere Projekte parallel angeboten werden können.

  • Es wurde ein schulisches Methodencurriculum erarbeitet, das als Leitfaden zur Erlangung verschiedener Kompetenzen verbindlich ist.

  • Ab der 5. Klasse mehr über Berufe und über weiterführende Schulen erfahren.

  • Die Erich Kästner Schule setzte ab dem Schuljahr 2004/05 die Integration behinderter Kinder in die Tat um. Dazu gingen unsere ersten Klassen Kooperationspartnerschaften mit Außenklassen der Karl-Berberich-Schule für Geistigbehinderte Bruchsal und der Schule für Körperbehinderte Karlsbad- Langensteinbach ein. Diese „Partnerschaftsklassen“ wurden mit maximal 18 Schülern gebidet. Zur Effektivitätssteigerung der Kooperation genehmigte uns das Amt für Schulen und Kultur drei, statt zwei 1. Klassen. Diese Maßnahme wurde durch die schulischen Gremien genehmigt.

  • Die Außenklasse der Karl-Berberich-Schule für Geistigbehinderte Bruchsal war mit 5 Kindern und 2 Lehrkräften bei uns. Zwei dieser Schüler kamen aus Kronau.

  • Die Außenklasse der Schule für Körperbehinderte Karlsbad- Langensteinbach war  mit  11 Kindern und 10 Betreuungskräften bei uns. Hierbei kam eine Schülerin aus Kronau und die anderen Kinder aus der näheren Umgebung.

Unsere Schule erteilte zum Schuljahr 2005/2006 konfessionell kooperativen Religionsunterricht. Dazu hat uns ein Beschluss der Bischöfe beider Konfessionen ermutigt. Wir haben daher beim Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg und beim Oberkirchenrat Karlsruhe Anträge für die Klassen 1 und 7 gestellt und die Genehmigung für Klasse 1 erhalten. Uns ist es wichtig, dass Religionsunterricht in ökumenischer Zusammenarbeit umgesetzt werden kann. Dabei geht es nicht um einen so genannten „ökumenischen Religionsunterricht“, sondern um konfessionellen Religionsunterricht, der die Chancen der Zusammenarbeit mit der anderen Konfession nutzt. Unterrichtsversuche und Einzelerfahrungen von Lehrkräften haben deutlich gemacht, dass Kooperation nicht nur zu einem besseren gegenseitigen Verständnis führt, sondern auch zu einem tieferen Nachdenken über die eigene Konfession. Es ist unser Anliegen, diese Chancen noch besser zu nutzen.

Ungeachtet unserer Anträge, sprachen sich die Dekane beider Konfessionen dafür aus, hier in Kronau katholischen Religionsunterricht mit Gaststatus für evangelische Schüler durchzuführen. Das entlastet unsere Religionsgruppierungen immens, da wegen der geringen Zahl evangelischer Schüler nur jahrgangsübergreifende Gruppen mit Klassen 1 bis 4 und 5 bis 9 im evangelischen Religionsunterricht gebildet werden dürften. Außerdem ist es pädagogisch sinnvoller den Religionsunterricht in altershomogenen Gruppen zu erteilen. Bei der von uns praktizierten Unterrichtsform  bleiben die Klassen in fast allen Fällen zusam- men . Diese Regelung gilt für die Klassen 1/2 und 5 bis 9.  Die 3. und 4. Klassen, werden wegen der Vorbereitung zur Erstkommunion, wie bisher unterrichtet.

Die Erich Kästner Schule hat seit dem Schuljahr 2004/05 die Integration behinderter Kinder mit Erfolg in die Tat umgesetzt und die Resonanz ist bis hin zum Kultusministerium nur positiv. Unsere ersten Klassen hatten dazu Kooperationspartnerschaften mit Außenklassen der Karl- Berberich- Schule für Geistigbehinderte Bruchsal und der Schule für Körperbehinderte Karlsbad- Langensteinbach gebildet. Wir gingen in den vergangenen Schuljahren weitere Kooperationen mit der Schule für Körperbehinderte ein, so dass jetzt insgesamt 5 Außenklassen bei uns sind.

Seit dem Schuljahr 2007/08 gibt es auch ein Sprachförderprogramm für Kinder mit Migrationshintergrund, das in Kooperation mit den Kindergärten bereits im Vorschulalter beginnt. Hier sollen sprachliche Defizite aufgearbeitet werden. Das vom Land bezuschusste Programm wird auch von der Gemeindeverwaltung Kronaus finanziell unterstützt. Ein geringfügiger Eigenanteil muss von den Eltern allerdings selbst getragen werden.

Seit dem Schuljahr 2010/11 gibt es mit Mona Knebel eine Schulsozialpädagogin an Bord. Sie setzte mit uns gemeinsam verschiedene Aktionen und Projekte um (Gewaltig, Streitschlichterprogramm etc.) und engagierte sich sehr bei der Lehrstellensuche unserer Neunt- und Zehntklässler.

Die Evaluation ging weiter und wir kämpften um unsere Existenz. Sollte uns die Möglichkeit versagt sein, Werkrealschule "neuen Zuschnitts" zu werden, hätte passieren können, dass wir im Bereich der Klassen 5 - 10 keine Schüler mehr gehabt hätten, die eine Kooperation mit unseren Außenklassen durchführen könnten. Somit wäre ein Erfolgsmodell zum Scheitern verurteilt gewesen.

Gottlob ist das alles nicht geschehen und wir haben seit dem 29.07.2010 den Status Werkrealschule. Wir bedanken uns ganz besonders bei Herrn Bürgermeister Jürgen Heß, Herrn Hauptamtsleiter Armin Einsele, Herrn Landrat Dr. Schnaudigel, Frau ltd. Schulamtsdirektorin Groß, Frau Ministerin Prof. Dr. Schick, Herrn Minister Rech, Herrn Landtagsabgeordneten Heiler, Frau Sonderschulrektorin Baller und allen, die uns engagiert zur Seite gestanden haben.

Im Mai 2011 übersandten wir einen Antrag für einen gemeinsamen Schulversuch mit der Ludwig Guttmann Schule an das Staatliche Schulamt Karlsruhe und sind nun voller Erwartung ob all der Neuerungen, die sich mit der Neuausrichtung der Schulpolitik ergeben werden.

 

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